Ratgeber

Betrug erkennen: Die häufigsten Maschen und wie Sie sich schützen

Betrüger rufen an, schreiben Nachrichten oder schicken E-Mails. Sie wirken freundlich, glaubwürdig und setzen Sie unter Zeitdruck. Ältere Menschen sind ein häufiges Ziel, weil sie oft höflich und hilfsbereit sind.

Hier finden Sie die Maschen, die im Moment am häufigsten vorkommen. Bei jeder steht, woran Sie sie erkennen und was Sie tun können.

Der falsche Bankmitarbeiter

Jemand ruft an und gibt sich als Mitarbeiter Ihrer Bank aus. Auf dem Display kann sogar die echte Nummer Ihrer Bank erscheinen. Angeblich gibt es eine verdächtige Zahlung, und Sie sollen schnell helfen, sie zu stoppen.

«Hier ist die Sicherheitsabteilung Ihrer Bank. Auf Ihrem Konto gibt es eine verdächtige Zahlung.»

So schützen Sie sich

  • Legen Sie auf und wählen Sie selbst die Nummer auf der Rückseite Ihrer Bankkarte.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch wenn es dringend klingt.
  • Überweisen Sie nie Geld auf ein angeblich «sicheres Konto».

Die falsche Polizei

Ein angeblicher Polizist warnt Sie vor Einbrechern in der Nachbarschaft oder sagt, Ihr Geld sei auf der Bank nicht mehr sicher. Ein «Beamter» soll Geld oder Schmuck bei Ihnen abholen und in Sicherheit bringen.

«Ihr Erspartes ist in Gefahr. Wir schicken einen Kollegen vorbei.»

So schützen Sie sich

  • Die Polizei holt nie Geld oder Wertsachen bei Ihnen ab.
  • Legen Sie auf und rufen Sie selbst die 117 an.
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihr Geld oder Ihre Wertsachen.

Enkeltrick und Schockanruf

Eine aufgeregte Stimme sagt, ein Familienmitglied habe einen Unfall verursacht oder stecke in grossen Schwierigkeiten. Jetzt brauche es sofort eine hohe Summe, zum Beispiel für eine Kaution.

«Oma, ich bin es. Ich brauche dringend Geld, bitte sag niemandem etwas.»

So schützen Sie sich

  • Nennen Sie selbst keine Namen. Lassen Sie den Anrufer sagen, wer er ist.
  • Legen Sie auf und rufen Sie das Familienmitglied unter der bekannten Nummer an.
  • Übergeben Sie nie Geld an Boten oder Unbekannte.

«Hallo Mami, das ist meine neue Nummer»

Per Nachricht auf dem Handy meldet sich angeblich Ihre Tochter oder Ihr Sohn mit einer neuen Nummer. Kurz darauf folgt die Bitte, eine Rechnung zu bezahlen, weil das eigene Konto gerade nicht funktioniere.

«Mein altes Handy ist kaputt. Kannst du mir kurz eine Rechnung bezahlen?»

So schützen Sie sich

  • Rufen Sie unter der alten, bekannten Nummer zurück.
  • Stellen Sie eine Frage, die nur Ihr Kind beantworten kann.
  • Überweisen Sie kein Geld, solange Sie nicht sicher sind.

Falsche SMS und E-Mails

Eine Nachricht meldet, ein Paket warte auf Sie, eine Rechnung sei offen oder Sie hätten Geld zurückzubekommen. Ein Link führt auf eine gefälschte Seite, die Ihre Kartendaten oder Passwörter stehlen will.

«Ihr Paket wartet. Bitte bezahlen Sie noch CHF 2.95.»

So schützen Sie sich

  • Klicken Sie keine Links in unerwarteten Nachrichten an.
  • Öffnen Sie die App oder Webseite des Absenders immer selbst.
  • Geben Sie nie Kartendaten über einen Link aus einer SMS oder E-Mail ein.

Der falsche Käufer im Internet

Sie verkaufen etwas im Internet. Ein Käufer meldet sich schnell, will nicht einmal verhandeln und schickt einen Link oder einen QR-Code, damit Sie «Ihr Geld erhalten». Die Seite fragt nach Ihren Kartendaten.

«Ich habe schon bezahlt. Klicken Sie hier, um das Geld zu erhalten.»

So schützen Sie sich

  • Um Geld zu erhalten, brauchen Sie nie Ihre Kartendaten.
  • Scannen Sie nie einen QR-Code, den Ihnen ein Käufer schickt, und klicken Sie keine Links von Käufern an.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn jemand ungewöhnlich schnell kaufen will.

Die falsche Virus-Meldung

Auf dem Bildschirm erscheint eine laute Warnung: Ihr Computer sei infiziert. Sie sollen sofort eine Nummer anrufen. Am Telefon will ein angeblicher Techniker aus der Ferne auf Ihren Computer zugreifen.

«Ihr Computer ist gesperrt. Rufen Sie sofort den Support an.»

So schützen Sie sich

  • Rufen Sie die angezeigte Nummer nie an.
  • Lassen Sie niemanden aus der Ferne auf Ihren Computer, den Sie nicht selbst angefragt haben.
  • Schalten Sie den Computer aus und fragen Sie eine vertraute Person.

Das falsche Gewinnversprechen

Sie haben angeblich ein Auto oder viel Geld gewonnen, obwohl Sie nirgends mitgemacht haben. Bevor der Gewinn kommt, sollen Sie aber Gebühren bezahlen.

«Herzliche Gratulation! Für die Auszahlung fehlen nur noch CHF 250.–»

So schützen Sie sich

  • Ein echter Gewinn kostet Sie nie etwas.
  • Haben Sie gar nicht mitgemacht, gibt es auch keinen Gewinn.
  • Zahlen Sie nichts und brechen Sie den Kontakt ab.

Vier Regeln, die immer helfen

  1. Auflegen ist immer erlaubt. Auch bei der «Bank» oder der «Polizei».
  2. Selbst zurückrufen. Mit einer Nummer, die Sie kennen, nie mit einer Nummer, die man Ihnen nennt.
  3. Weder Geld noch Logindaten an andere. Überweisen oder übergeben Sie nie Geld und geben Sie Ihre Logindaten niemandem weiter, auch nicht, wenn jemand am Telefon darum bittet.
  4. Zeitdruck ist das Warnsignal. Wer drängt, will nicht, dass Sie nachdenken.

Trotzdem hereingefallen?

Dann zählt jede Minute. Rufen Sie sofort Ihre Bank an und lassen Sie Karten und Zugänge sperren. Die Nummer steht auf der Rückseite Ihrer Bankkarte.

Alle Schritte nach einem Betrug

Lieber üben als hereinfallen.

Ich zeige Ihnen persönlich und in Ruhe, wie Sie solche Maschen erkennen. Bei Ihnen zu Hause, mit Ihrem eigenen Handy.

079 733 65 55

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