Betrogen worden? Das ist jetzt zu tun.
Jetzt zählt jede Minute. Wer schnell und richtig handelt, kann den Schaden oft noch begrenzen. Hier steht Schritt für Schritt, was zu tun ist.
Drucken Sie die Seite ruhig aus und legen Sie sie zu Ihren Bankunterlagen.
Zuerst: E-Banking sperren, dann die Bank anrufen
1. Sperren Sie Ihr E-Banking sofort selbst, indem Sie in der App oder auf der Website Ihrer Bank dreimal ein falsches Passwort eingeben.
2. Rufen Sie danach Ihre Bank an und lassen Sie Karten und bei Bedarf das ganze Konto sperren. Die Nummer steht auf der Rückseite Ihrer Bankkarte. Verwenden Sie nie eine Nummer aus einer verdächtigen Nachricht.
1. E-Banking sperren und Bank anrufen
Sperren Sie zuerst Ihr E-Banking selbst: dreimal ein falsches Passwort eingeben. Rufen Sie danach Ihre Bank an. Sagen Sie am Telefon klar: «Ich bin Opfer eines Betrugs geworden.» Lassen Sie alles sperren, was betroffen sein könnte: Bankkarte, Kreditkarte und E-Banking.
Fragen Sie, ob eine bereits ausgeführte Zahlung noch gestoppt werden kann. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und den Namen der Person, mit der Sie gesprochen haben.
2. Kontakt zu den Betrügern abbrechen
Antworten Sie nicht mehr, nehmen Sie keine Anrufe der Betrüger mehr an und bezahlen Sie nichts mehr. Auch dann nicht, wenn Ihnen jemand verspricht, das verlorene Geld zurückzuholen. Das ist oft die nächste Masche.
Nehmen Sie erst wieder Kontakt auf, wenn die Polizei involviert ist und Sie ausdrücklich darum bittet.
Hat jemand Ihren Computer aus der Ferne bedient?
Trennen Sie das Gerät sofort vom Internet und benutzen Sie es nicht mehr für E-Banking, bis es geprüft wurde.
3. Alle Passwörter ändern
Betrüger probieren gestohlene Passwörter oft auch bei anderen Diensten aus. Ändern Sie darum vorsorglich alle, auch die, die nicht betroffen scheinen. Am besten in dieser Reihenfolge:
- E-Mail (darüber lassen sich andere Passwörter zurücksetzen)
- E-Banking und Bezahl-Apps
- Online-Shops, soziale Netzwerke und alle übrigen Konten
So machen Sie es richtig
- Für jedes Konto ein eigenes Passwort.
- Wo möglich die Bestätigung mit einem zweiten Schritt einschalten, zum Beispiel einen Code per SMS.
- Passwörter auf einem Gerät ändern, das nicht betroffen ist.
4. Eine vertraute Person einweihen
Erzählen Sie einem Familienmitglied oder einer Person, der Sie vertrauen, was passiert ist. Holen Sie sich Unterstützung. Zu zweit fällt es leichter, die nächsten Schritte zu erledigen, zum Beispiel den Gang zur Polizei oder die Gespräche mit Bank und Versicherung.
5. Beweise sichern
Löschen Sie nichts. Alles, was Sie aufbewahren, hilft Bank und Polizei:
- SMS, E-Mails und Chat-Nachrichten (am besten als Bildschirmfoto)
- Telefonnummern und Uhrzeiten der Anrufe
- Namen, Kontonummern oder Internetadressen, die genannt wurden
- Kontoauszüge mit den betroffenen Zahlungen
Schreiben Sie in eigenen Worten auf, was passiert ist, solange die Erinnerung frisch ist.
6. Anzeige bei der Polizei
Gehen Sie mit Ihren Unterlagen auf den nächsten Polizeiposten und erstatten Sie Anzeige. Viele Banken und Versicherungen prüfen einen Fall erst, wenn eine Anzeige vorliegt. Verlangen Sie eine Bestätigung und bewahren Sie sie gut auf.
Steht jemand vor der Tür oder soll Geld abgeholt werden?
Rufen Sie sofort den Polizeinotruf 117.
7. Versicherung fragen
Schauen Sie in Ihre Versicherungsunterlagen oder rufen Sie Ihre Versicherung an. Fragen Sie konkret:
- Bin ich gegen Cyberbetrug versichert? Das ist oft ein Zusatz zur Hausratversicherung.
- Ist auch Betrug beim E-Banking gedeckt? Nicht jede Versicherung schliesst das ein.
- Habe ich eine Rechtsschutzversicherung? Sie übernimmt Anwalts- und Verfahrenskosten.
Melden Sie den Schaden rasch und legen Sie die Bestätigung der Polizei bei.
8. Geld schriftlich zurückfordern
Schreiben Sie Ihrer Bank: Schildern Sie kurz, was passiert ist, legen Sie die Bestätigung der Polizei bei und verlangen Sie die Rückerstattung.
- Kreditkarte: Bestreiten Sie die Belastung beim Kartenherausgeber. Achten Sie auf die Frist in Ihren Kartenbedingungen.
- Überweisung auf ein Schweizer Konto: Wenn Bank und Polizei sehr schnell informiert sind, kann das Geld manchmal noch blockiert werden.
- Überweisung ins Ausland: Das Geld zurückzuholen ist oft schwierig. Versuchen Sie es trotzdem.
9. Den Fall dem Bund melden
Beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) können Sie Betrugsversuche melden. So helfen Sie, andere zu warnen. Diese Meldung ersetzt keine Anzeige bei der Polizei.
Zum Meldeformular des BACSBekomme ich mein Geld zurück?
Das hängt davon ab, wie der Betrug passiert ist und was in den Vertragsbedingungen Ihrer Bank steht.
Daten wurden ohne Ihr Zutun gestohlen
Zum Beispiel durch einen Hackerangriff, ohne dass Sie etwas eingegeben oder weitergegeben haben. Wenn Sie Ihre Sorgfaltspflichten eingehalten haben, sind die Chancen auf Rückerstattung besser.
Sie haben Ihre Daten selbst eingegeben
Zum Beispiel auf einer gefälschten Seite, am Telefon oder über einen QR-Code. Dann berufen sich Banken häufig auf die Sorgfaltspflicht des Kunden. Fragen lohnt sich trotzdem: Manche Banken zahlen aus Kulanz einen Teil zurück.
Die Bank sagt Nein? Der Schweizerische Bankenombudsman vermittelt kostenlos zwischen Ihnen und Ihrer Bank, oft ohne Gericht. Wenden Sie sich vorher schriftlich an Ihre Bank.
Diese Seite gibt eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Jeder Fall ist anders.
Wichtige Kontakte
- Ihre Bank: Nummer auf der Rückseite Ihrer Bankkarte
- Polizeinotruf: 117, bei akuter Gefahr
- Bundesamt für Cybersicherheit: Betrug online melden
- Bankenombudsman: bankingombudsman.ch
Damit es nicht wieder passiert
Eine Seite kommt Ihnen verdächtig vor? Lassen Sie die Internetadresse prüfen, bevor Sie dort etwas eingeben. Noch sicherer: Tippen Sie die Adresse Ihrer Bank immer selbst ein.
Website auf Sicherheit prüfenSie müssen das nicht allein durchstehen.
Ich begleite Sie durch diese Schritte, ändere mit Ihnen die Passwörter und zeige Ihnen, wie Sie sich künftig schützen. Diskret und unter Geheimhaltung.
079 733 65 55Weiterlesen: Betrug erkennen: Die häufigsten Maschen